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Lesetipps


Die Redaktion des Literaturkurier empfiehlt jede Woche besonders lesenswerte Titel. Die Empfehlungen dieser Woche:


Martina Baumbach, Verena Körting
Wer schläft denn da?
ISBN: 9783522303552
Erschienen: 2014
Gabriel
32 Seiten - 12,99 Euro

Kinderbuch (ab 3)

In einem kleinen Tal ist in einer kleinen Stadt eine kleine Straße, dort ist in einem kleinen Garten ein kleines Haus, dort liegt in einem kleinen Bett ein kleines Kind, das noch gar nicht schlafen will. Also erzählt man ihm eine Geschichte von einem kleinen Tal mit einer kleinen Stadt mit einer kleinen Straße, in der ... Mit einem Frage-Antwort-Spiel zoomt sich das Buch an den jungen Helden des Buches heran, mit dem sich zugleich der Zuhörer dieser Gute-Nacht-Geschichte identifizieren kann, denn auch er liegt beim Hören dieser Geschichte vermutlich im Bett. Und mit dieser unendlichen Kette einer Geschichte in der Geschichte lässt sich das Schlafengehen noch ein wenig herauszögern. Ein traumhaft idyllisch illustriertes, witzig-freches Buch, das man wegen des Wiederholungseffekts, den die Geschichte selbst beschreibt, wieder und wieder vorlesen kann. Wer schläft denn da? hat das Potential, zum festen Bestandteil des abendlichen Rituals zu werden ...
(vorgestellt am 24.04.2014)


Nadifa Mohamed
Der Garten der verlorenen Seelen
ISBN: 9783406663130
Erschienen: 2014
C. H. Beck
269 Seiten - 19,95 Euro

Roman

Drei Frauenschicksale, drei Generationen, miteinander verwoben zuerst durch rohe Gewalt, dann aber verbunden durch den gemeinsamen Wunsch, eine menschliche Zukunft zu ermöglichen: Die neunjährige Deqo, ein obdachloses Waisenkind, die junge Offizierin Filsan und Kawsar, Ende fünfzig und Witwe eines Polizeipräsidenten, leben Ende der 1980er im von Brutalität beherrschten Somalia. Es sind immer wieder Frauen, die in einem Bürgerkrieg zu Opfern werden, es sind aber auch wieder Frauen, die sich um Menschlichkeit bemühen. Der zweite, authentische Roman der in Somalia geborenen Nadifa Mohamed führt beides vor, denn er ergreift den Leser mit der rauen Wirklichkeit von Krieg, Elend und Vertreibung, bietet aber auch einen anrührenden Hoffnungsschimmer - aus weiblicher Sicht. (Aus dem Englischen von Susann Urban)
(vorgestellt am 24.04.2014)


Mukoma wa Ngugi
Nairobi Heat
ISBN: 9783887472993
Erschienen: 2014
Transit
176 Seiten - 19,80 Euro

Roman

Aus gutem Grund in der Top Ten der aktuellen ZEIT-Krimi-Bestenliste: Im reichen, weißen Vorort einer Stadt in den USA wird ein weißes Mädchen ermordet, verdächtig ist der aus Kenia stammende Joshua Hakizimana. Doch der ist ein Held aus der Zeit des Völkermords in Ruanda, hat Tausende vor dem Tod im Bürgerkrieg bewahrt, kann also kaum der Mörder sein, oder? Also folgt der schwarze Kommissar Ishmael einer Spur, die ihn nach Nairobi führt, wo er (und der Leser) eine Menge über Afrika dazulernt. Erst von dort aus wird klar, was sich in den USA abspielte ... Ein heikles Thema (Völkermord in Ruanda), eine Menge starker Figuren, darunter ein überzeugender Ermittler, überraschende Wendungen, eine gehörige Portion Blut und das alles sprachlich fesselnd geschildert: Mukoma wa Ngugis Krimi ist ein packendes Lesevergnügen. (Aus dem amerikanischen Englich von Rainer Nitsche.)
(vorgestellt am 24.04.2014)


Pam Muñoz Ryan, Peter Sís
Der Träumer
ISBN: 9783848920075
Erschienen: 2014
Aladin
384 Seiten - 16,90 Euro

Kinderbuch (ab 10)

In Chile, in der Stadt Temuco, sitzt der kleine Träumer Neftalí. Der Achtjährige soll Rechnen üben, doch er malt sich stattdessen lieber aus, wie es wäre, wenn die Zahlen in seinem Heft lebendig würden und davontanzten. Nur die faulen Neuner und Nullen machen nicht mit bei dem Reigen. Mit dieser Szene beginnt ein wunderbar poetisches Buch über einen kleinen Sammler und Träumer, der trotz der Ermahnungen seines strengen Vaters seinen Leidenschaften folgt, ausbricht, mit dem Schreiben beginnt und der Welt unter dem Namen Pablo Neruda unsterbliche Texte hinterlassen hat. Das mit dem französischen Buchpreis Prix Sorcières ausgezeichnete Kinderbuch ist nicht nur wegen der bewegenden Geschichte von Pam Muñoz Ryan, sondern auch wegen der außergewöhnlichen typograpischen und illustrativen Gestaltung durch Peter Sís (Hans Christian Andersen Preis 2012) so beeindruckend. Ein kleines Kunstwerk, ganz durchdrungen von der Liebe zu Büchern und der Literatur. (Aus dem Englischen von Anne Braun)
(vorgestellt am 24.04.2014)

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